Warum haben wir BUDDY gestartet?

PrEP gibt es nun seit knapp einem Jahrzehnt. Klinische Studien haben gezeigt, dass PrEP eine HIV Neuinfektion verhindern kann.
Die Behandlung von HIV-positiven Menschen ist bereits seit vielen Jahren, lange vor PrEP, so effektiv, dass das HI Virus durch die Einnahme von Medikamenten nicht mehr übertragbar ist. Dieses Konzept wird heute mit TasP umschrieben: Treatment as Prevention.

Mit PrEP und TasP sind also die größten Probleme im Zusammenhang mit HIV unter Kontrolle, zumindest theoretisch. Leider wissen noch immer viel zu wenige Menschen davon.

Bis vor einigen Jahren haben beliebte Gay Apps HIV entweder ignoriert oder unabsichtlich stigmatisiert. Daneben gab es verschiedene Webseiten speziell für HIV-positive Männer. Diese haben aber eine abgeschlossene Subkultur geschaffen und dazu beigetragen, dass sich betroffene Männer noch weiter abgekapselt haben.

Als die ersten Gay Apps anfingen, den Mitgliedern die Offenlegung ihres HIV-Status einschließlich der PrEP Option anzubieten, haben immer mehr Männer von den neuen Optionen erfahren. Die Angst vor HIV aber blieb, und bleibt bis heute.

Wenn PrEP also effektiv vor HIV-Neuinfektionen schützt und die Behandlung von HIV-positiven Männern die Übertragung des Virus verhindert, wovor haben wir also noch Angst?
Es liegt am STIGMA, welches mit einer HIV Infektion einhergeht. Es ist die Angst vor der Scham. DAS ist das Hauptproblem mit dem wir es heute zu tun haben. Was wir wissen und wie wir über bestimmte Dinge fühlen sind zwei Paar Schuhe.

Natürlich kann man in den großen Gay Apps seinen HIV Status erklären, aber das erfordert Mut, auch heute noch. Du nimmst PrEP und zeigst es? Mach dich auf fiese Anfeindungen gefasst. Du bist positiv in Behandlung? Dann stell dich darauf ein ignoriert oder abgelehnt zu werden.
Wir können nicht leugnen, dass PrEP-Nutzung oder ein HIV-positiver Status noch immer große Kontroversen auf den allgemeinen Gay Apps auslöst. Was nützt also die Möglichkeit zur Angabe seines HIV-Status in einer Umgebung voller uninformierter, ängstlicher oder gar feindseliger Mitglieder?

Wir hatten unseren Aha-Moment im Jahr 2016: Es reicht nicht einfach nur eine Markierung ins Profil zu setzen! Wir glauben, es ist notwendig eine komplett neue Plattform anzubieten, auf der sich HIV-negative und positive Männer gleichermaßen zu Hause fühlen können. Hier soll der Status keine Rolle mehr spielen, so lange du ihn kennst und entsprechend Verantwortung übernimmst.

Die Idee war geboren! Ein paar Monate später begannen wir mit der Entwicklung und im Juni 2018 ging BUDDY an den Start.

Wir bauen eine Community für schwule Männer auf, die sich gut verstanden und aufgehoben fühlen wollen. Ein Ort, an dem du dich nicht erklären oder rechtfertigen musst und einen entspannten Umgang pflegst. Es reicht eben nicht, nur ein paar neue Labels einzuführen. Wir brauchen einen kompletten Neustart für eine Generation von aufgeklärten und verantwortungsvollen schwulen Männern.

Wir sehen BUDDY als Beginn eines neuen Safe-Sex Selbstverständnisses. Akzeptanz, Verantwortung und Vorsorge sind unsere zentralen Werte.

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